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Licht ins Dickicht von Ursachen und Symptomen von Psychosen

Vorträge in Jugendakademie informieren über psychische Störungen

Ist der Stress schuld? Gibt es eine familiäre Vorbelastung? Könne ein bösartiger Tumor der Auslöser sein? Fragen wie diese sind zu klären, wenn Menschen unter einer Psychose leiden. Dabei können die Symptome vielfältig sein, etwa das Hören von Stimmen, Sehen von Lichtblitzen, der Glaube, ein Auserwählter unter den Menschen zu sein oder allgemeine Antriebslosigkeit. Die bekannteste Form ist die schizophrene Psychose. Sachlich über Psychose, ihre Symptome und Behandlung wird Dr. Volkmar Sippel, neuer Chefarzt der 2. Abteilung des Psychiatrischen Krankenhauses Rickling (PKR) am Mittwoch, den 26. Oktober, in der Jugendakademie, Marienstraße 31, in Bad Segeberg aufklären. Er ist Referent des Informationsabends, den das PKR und die Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfegruppen (KIS) gemeinsam vorbereitet haben.
„Über Themen wie Burn Out und Depressionen ist in jüngster Zeit viel in den Medien berichtet worden. Davon haben Betroffene profitiert, weil sie mit mehr Verständnis für ihre Erkrankung bei Angehörigen, Nachbarn und Kollegen rechnen können. Auf die Psychosen trifft es längst noch nicht zu”, meinen die Organisatoren Sozialpädagoge Reiner Hasch vom PKR und Sabine Ivert-Klinke von der KIS. „Wie soll ein Betroffener sich trauen, sich dazu zu bekennen, eine psychotische Störung zu haben, wenn er riskiert als Verrückt abgestempelt zu werden”, betont Frau Ivert-Klinke. Hier können nur sachliche Information helfen. „Es ist wichtig zu wissen, dass Betroffene, die unter Halluzinationen haben, keineswegs unter einer verminderten Intelligenz leiden”, erklärt Hasch. In manchen Fällen gibt es durchaus organische Ursachen für derartige Symptome. Immerhin rund 2 Prozent der Bevölkerung erkranken im Laufe ihres Lebens an einer Psychose. „Die vielen Vorurteile und Halbwahrheiten, die kursieren, machen deutlich, wie schwer diese psychischen Störungen zu fassen sind”, sagt Frau Ivert-Klinke.
„Wir wollen beide Seiten zeigen. Deshalb war es uns wichtig, für diesen Informationsabend eine Betroffene zu finden, die von ihrem Leben mit der psychischen Störung und ihren Erfahrungen mit der Behandlung berichtet”, erklärt Hasch.
Die Behandlung durch Fachärzte stünde an erster Stelle. „Darüber hinaus können Betroffene noch etwas für sich und andere tun. Nach diesem Prinzip funktioniert die Selbsthilfe, die eine Therapie ergänzen kann. In der Jugendakademie wollen wir ein mit dem so genannten Psychose-Seminar ein Konzept vorstellen, das von den klassischen Selbsthilfegruppen abweicht”, erzählt Frau Ivert-Klinke. Diesen Part wird Sabine Petersen von der Ambulanten und Teilstationären Psychiatrischen Versorgung (ATP) übernehmen. „Das Tolle am Psychose-Seminar ist, dass es sich gleichzeitig an Betroffene, Angehörige, Freunde und Profis richtet. Die drei Zielgruppen werden sozusagen an einen Tisch geholt”, erklärt Frau Ivert-Klinke.
Fast wie ein solches Seminar sind auch die Info-Abende ausgerichtet. Sie sollen ebenfalls ein Angebot für Betroffene, Angehörige und alle Interessierten sein. Im Anschluss an die Vorträge stehen die Referenten für Fragen aus dem Publikum zur Verfügung. Für Dr. Sippel ist der Abend die Gelegenheit, sich als neuer 2. Chefarzt des PKR zu präsentieren. Er ist als Referent für DR. Ralf Wimmer eingesprungen, der wegen weiterer Termine verhindert ist. Der Info-Abend in der Jugendakademie beginnt um 19 Uhr. Eine Anmeldung ist nicht nötig. Der Eintritt ist frei. Weitere Informationen gibt es bei der KIS unter der Telefonnummer 04551-3005.


KIS hilft Selbsthilfegruppen
Service beim AWO-Kreisverband

Hilfe zur Selbsthilfe. Nach diesem Prinzip wurde in der AWO schon in den Gründerjahren Anfang des 20. Jahrhunderts geholfen. Deshalb passt das neue Angebot der Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfegruppen (KIS) so gut in das Programm der AWO. Im Büro, Lübeckerstrasse 14, in Bad Segeberg, können Menschen, die eine Selbsthilfegruppe im gesundheitlichen Bereich suchen, schnelle Hilfe finden.
Sabine Ivert-Klinke sucht für Betroffene die geeignete Gruppe heraus. Bei KIS werden die Kontaktadressen für bestehende Selbsthilfegruppen gesammelt. Die Kontaktstelle unterstützt ausserdem Gruppen in ihrer Presse- und öffentlichkeitsarbeit, hilft, wenn eine neue Gruppe sich gründen möchte und unterstützt Gruppen beim Ausfüllen von Anträgen für finanzielle Förderung durch die Krankenkassen.
Die Arbeitsgemeinschaft der Krankenkassen fördert auch diesen neuen Service beim AWO-Kreisverband Segeberg.
Interessierte können sich unter der Telefonnummer 04551/3005 an die KIS wenden
(Bürozeiten: montags, mittwochs und freitags: 9 bis 12.30 Uhr).


Selbsthilfewegweiser für den Kreis Segeberg

Neuer KIS-Selbsthilfewegweiser für den Kreis Segeberg:

Letzte Chance für alle Selbsthilfegruppen,-vereine und -initiativen ihre aktuellen Kontaktdaten zu melden.

Nach der Sommerpause gibt die KIS (Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfegruppen) die Liste mit Informationen über Selbsthilfegruppen an die Druckerei weiter. Ein aktualisierter Wegweiser für den Kreis Segeberg wird erstellt. Darin sollen Nutzer schnell Informationen über Gruppen wie den Aphasie-Verein, Gruppen für Menschen mit Depressionen, die Parkinson-Vereinigung, Psychosoziale Krebsnachsorge oder Umwelterkrankte finden. Neben den Telefonkontakten zu Selbsthilfegruppen werden auch eine Reihe hilfreicher Adressen von Beratungsstellen und ähnlichen Einrichtungen enthalten sein.
Informationen können bei Sabine Ivert-Klinke von der KIS-Segeberg telefonisch unter 04551-3005 (MO,MI u. FR von 9 bis 12.30 Uhr) oder per e-mail unter: kreisverband-segeberg@awo-sh.de angegeben werden.
Im Namen aller Betroffenen danken wir den Selbsthilfe-Engagierten im voraus.

Die Broschüre mit Kontaktdaten zu rund 90 Selbsthilfegruppen im Kreis Segeberg ist in der
Kontaktstelle (KIS, Lübecker Str. 14, Bad Segeberg) sowie in vielen öffentlichen Einrichtungen
und etlichen Arztpraxen erhältlich. Sie ist kostenlos. Sie können sie auch hier lesen:
hier klicken


         im Kreisverband Segeberg e.V.